Preisträger „des Mensches in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert“ über den Wettbewerb
Thema meiner Untersuchung für den Schülerwettbewerb 1999 war das Leben meiner Großmutter aus dem Volk der Tschuktschen; ich nannte sie „Wenn meine Großmutter Tagebuch geschrieben hätte“. Dieses „Tagebuch“ erhielt den ersten Preis des Wettbewerbs.
Außerdem nahm ich am zweiten und am vierten Wettbewerb (2001 und 2003) teil. Eine Arbeit hieß „Der große Nomadenzug in eine lichte Zukunft“, über den Auftrieb der Rentiere von Jakutien auf die Tschukotka während des Kriegs und über das Schicksal derer, die daran beteiligt waren. Die andere trug den Titel „Ein ganzes Leben mit der Singer“ über das Leben meiner Großmutter väterlicherseits in der Ukraine. Mit der ersten dieser beiden Arbeiten gewann ich eine Reise zur Eustory-Sommerschule in Deutschland. Nach dem Abitur studierte ich an der Gerassimow-Filmhochschule in Moskau an der Faktultät für Regisseure und drehte noch während des Studiums einige Kurzfilme.
Filipp Abrjutin, Doktorand an der Filmhochschule (WGIK)
In meiner Sicht verkörpert der Wettbewerb „Der Mensch in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert” die Reformen, den Wandel und die reale Demokratisierung meines Landes. Auch für mich persönlich markiert er einen Wendepunkt: Nachdem ich im ersten Jahr einen Preis gewonnen hatte, wurde ich von drei prestigeträchtigen Colleges der Bewegung United World Colleges (UWC) eingeladen und konnte zwischen Norwegen, den USA und Indien wählen. Ich entschied mich für Norwegen und habe es nicht bereut. In mittlerweile 13 Colleges auf der Welt studieren junge Leute aus 177 Ländern mit dem Abschluss eines internationalen B.A. UWC bedeutet: internationale Ausbildungsstandards, eine multikulturelle Umgebung und die Ideale der Gerechtigkeit und der Verständigung. Ich gratuliere aufrichtig zum Jubiläum und danke allen, die den Wettbewerb ins Leben gerufen haben und ihn unterstützen, vor allem den Kollegen von Memorial International und der RGGU, deren Ausrichtung an den Menschen und deren Erfahrung in jedem Jahr hervorragende Ergebnisse zeitigt.
Alexei Rakow, Dr. phil., Assistent am Lehrstuhl für Neueste Geschichte des Instituts für Geschichte und Archive der RGGU.
Ich erinnere mich noch lebhaft an das Gefühl, als im Mai 2002 unser Zug „Moskau-Wolgograd“ den Pawelezker Bahnhof verließ. Kirill Sawodjuk, ein weiterer Preisträger aus Wolgograd, und ich schauten traurig aus dem Fenster und erinnerten uns an die eindrücklichsten Momente dieser erstaunlichen Woche, die hinter uns lag. Wir bedauerten, dass wir uns von Memorial und der farbigen Welt der Entdeckungen und des Austausches, die uns geschenkt wurden, verabschieden mussten. Als ich einige Monate später telefonisch von einer mir bekannten Stimme zur Eustory-Akademie eingeladen wurde, freute ich mich sehr. Das war der Anfang einer inzwischen Jahre währenden Freundschaft mit Memorial. Memorial öffnete mir Türen, weitete meinen Horizont und legte den glücklichen Grundstein für einen Weg der Selbstverwirklichung und des beruflichen Erfolgs. 2004-2005 wurde ich zur Teilnahme an dem internationalen Projekt „Der lange Schatten des 2. Weltkriegs. Junge Europäer über Zukunft und Erinnerung“ (Körber-Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung, Gedenkstätte Buchenwald) eingeladen. 2007 vertrat ich Eustory bei der Sitzung des Europäischen Kulturparlaments in Rumänien. Zurzeit bin ich am deutsch-russischen Projekt „Mythen, Helden, Untergang. Was denken junge Menschen über die Schlacht um Stalingrad?“ beteiligt, das von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt wird.
Xenia Srednjak, Doktorandin am Lehrstuhl für Geschichte der Wolgograder Staatsuniversität.
Ich nahm am ersten Wettbewerb „Der Mensch in der Geschichte“ teil und gewann als Preis für meine Arbeit über die Geschichte des Moskauer Simonow-Klosters eine Reise zur Sommerschule in Deutschland. Später schrieb ich an der historischen Fakultät des Russischen Orthodoxen Johann-Bogoslow-Instituts meine Diplomarbeit über das Thema „Klostermuseen in den 1920er Jahren als Form der Bewahrung von Werken der Kirchenkunst“. Ich arbeite als Geschichtslehrer und mache regelmäßig historische Führungen durch Moskau. In all diesen Jahren habe ich Memorial als Mentor dabei unterstützt, Sommerschulen für die Wettbewerbsgewinner zu veranstalten.
Michail Chruschtschow, Landeskundler, Geschichtslehrer an der Schule Nr. 829, Moskau
